Versteckte Talente

Können spezielle Sitzmöbel beziehungsweise -bezüge zur Gesunderhaltung beitragen und sogar Menschenleben retten? In gewisser Hinsicht schon – nämlich dann, wenn sie auf der einen Seite zu einem hohen Hygienestandard beitragen und auf der anderen Seite Brände entschleunigen. Was sich genau dahinter verbirgt, erklärt Björn Mylius, Vertriebsleiter bei der SMV Sitz- & Objektmöbel GmbH.

FACTS: In Arztpraxen und Krankenhäusern gibt es einen ständigen Kampf mit den Keimen. Hygiene ist daher enorm wichtig – das gilt für Behandlungszimmer genauso wie für öffentlich zugängliche Bereiche wie Wartezimmer oder Empfang. Dabei muss auch das Mobiliar keimfrei gehalten werden. Was empfehlen Sie hier dem Gesundheitssektor?
Björn Mylius: Besonders beim Einsatz von Sitzmöbeln sollten die Verantwortlichen lieber einmal mehr danach schauen, ob die eingesetzten Sitzbezüge sich für die Nutzung in einer Arztpraxis oder einer Klinik eignen. Denn diese sollten sich aufgrund der geltenden hohen Hygienestandards gut und einfach reinigen lassen, um Keimen keine Chance zu lassen. Dadurch ist auch eine Desinfektionsmittel- und Chemikalenbeständigkeit unbedingt notwendig.
„Vale“ und „Parotega“ heißen zwei von insgesamt 18 unterschiedlichen Bezugsstoffen von SMV, die genau diese Anforderungen erfüllen und daher im Hygienebereich – vor allem bei Allgemeinmedizinern, Virologen und in Krankenhäusern – eingesetzt werden. Die Bezüge sind übrigens für alle Produkte von SMV einsetzbar. Wir haben seit kurzem auch ein neues Material im Sortiment unserer Bezüge: Kork. Es ist von Natur aus antibakteriell und außerdem hitzebeständig.

FACTS: Sind eigentlich bestimmte Normen einzuhalten?
Mylius: Es gibt im Hygienebereich leider keine bestimmten Normen oder Richtlinien dafür, wie solche Bezüge beschaffen sein sollten, aber es gibt Empfehlungen, an die wir uns natürlich voll und ganz halten. So weisen unsere Sitzmöbel, die wir im medizinischen Bereich einsetzen, beispielsweise keine Ritzen auf. Dadurch ist sichergestellt, dass keine Verschmutzung in oder unter das Polster gelangt. Möbel ohne solche Rillen sind viel leichter zu reinigen. Außerdem lassen sich prinzipiell alle Sitzmöbel von SMV speziell für den Hygienebereich anpassen – und das schon ab einer Stückzahl von 1. So kann jedes Sitzmöbel nicht nur mit dem entsprechenden Bezug (wie „Vale“ oder „Parotega“ im Hygienebereich) ausgestattet werden, sondern wir ändern auf Wunsch sogar die Polster, indem wir sie vergrößern, verkleinern, weicher oder härter machen, die Sitzhöhe verändern, oder eben auf die gerade erwähnten Ritzen verzichten und so die Reinigung erheblich erleichtern.

FACTS: Apropos Reinigung: Wie steht es damitbei den genannten Hygienebezügen?
Mylius: Grundsätzlich gilt: Die Möbel beziehungsweise Bezüge alleine sorgen nicht für einen hygienischen Arbeitsplatz, sie unterstützen diesen nur enorm. In jedem Fall muss auf eine Hygienefachkraft gesetzt werden. Unsere Sitzmöbel, die wir in den Hygienebereich ausliefern, und die entsprechenden Bezüge sind so konzipiert, dass sie sich deutlich besser reinigen lassen als „normale“ Bezüge, weil sie in vielerlei Hinsicht widerstandsfähiger sind.
Übrigens noch ein Tipp: Die Haltbarkeit von Bezügen hat viel mit ihrer Pflege zu tun. Wir raten zum Einsatz von Reinigungsmitteln die entfettende Eigenschaften aufweisen (zum Beispiel bei Kunstleder). Das Fett, das beim Reinigen nicht entfernt wird, entzieht dem Material sonst Weichmacher, was es spröde, brüchig und damit weniger lange haltbar macht.

FACTS: In medizinischen Einrichtungen ist der Hygienefaktor aber nur ein sehr wichtiger Aspekt – der andere ist das Thema Brandschutz. So gibt es viele bettlägrige Patienten, die im Notfall nicht schnell genug den Gefahrenbereich verlassen könnten …
Mylius: Das stellt ein sehr großes Problem dar! Bricht einmal ein Brand aus, breitet sich dieser meist so schnell aus, dass es sein kann, dass nicht alle gerettet werden können. Das hat man vor kurzem erst in einer Bochumer Klinik gesehen, als genau das passierte. Das Ereignis hat die breite Öffentlichkeit sehr schockiert, weil viele hilflose Menschen betroffen waren. „Zeit“ ist hier das Stichwort: Hätten die Krankenhausmitarbeiter mehr Zeit zur Rettung gehabt, wäre vielleicht das Schlimmste verhindert worden. Und diese Zeit lässt sich schaffen, wenn beispielsweise Sitzmöbel eingesetzt werden, die brandhemmende Eigenschaften haben: Ist das Feuer beispielsweise auf einem der Sessel ausgebrochen, erlischt es nach einiger Zeit, statt dass es sich weiter ausbreitet. Das verschafft die nötige Zeit und kann eine Entfluchtung gewährleisten. Auch hier hat SMV passende, entsprechend zertifizierte Produkte nach DIN 66084 P-a, die genau für solche Situationen entwickelt wurden.

FACTS: Was würden Sie also Einkäufern empfehlen?
Mylius: Keine Abstriche in Sachen Qualität im Hinblick auf Brandschutz machen. Ich empfehle den Einkäufern wirklich darauf zu achten, dass die eingesetzten (Sitz-)Möbel alle wichtigen Normen erfüllen. Nur dann kann gewährleistet werden, dass im Fall der Fälle auch Fluchtbereiche passierbar sind, weil der Brand entschleunigt werden kann. Im Hinblick auf die Einhaltung von hohen Standards gilt dasselbe natürlich auch für die Hygiene. In beiden Fällen können viele Menschenleben gerettet werden.

Artikel: Facts 11-2016

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