Schule für Unternehmer in Herford gegründet

Das Lehrkonzept setzt auf Praxisbezug und regen Austausch von Dozenten und Teilnehmern
Zwischen 70 und 80 Prozent der Unternehmer scheitern in den ersten Jahren nach der Neugründung einer Firma. "Eine gute Geschäftsidee ist sicher eine notwendige Bedingung, aber noch lange kein Initiator für dauerhaften Erfolg", sagt Wolfgang Koch, Bürgermeister von Bünde. Um dauerhaft bestehen zu können, müssten Inhaber ihre Führungspersönlichkeit ausbilden sowie die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit ihres Betriebs verbessern.
Inge Bringer-Mylius, Vorstand IWKH

Dabei helfen soll die neue gegründete Unternehmerschule der Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford (IWKH). Das Schulungs- und Qualifizierungsangebot wurde in Kooperation mit dem Netzwerk für integrative Wirtschaftsförderung (NIW) und dem Denkwerk Herford ins Leben gerufen.
Laut Peter Müller, Vorsitzender des NIW, gehen in Deutschland jedes Jahr etwa 20.000 bis 30.000 Betriebe insolvent. "Die Dunkelziffer ist sogar noch viel höher", da ist sich Müller sicher. "Und diese Unternehmer sind weder dumm, noch faul. Es fehlte ihnen in manchen Bereichen lediglich die Erfahrung."
Das Konzept setzt auf Sicherung und Stabilisierung junger Unternehmer
Deshalb setze das Schulungskonzept der Unternehmerschule mit Dozenten aus der Wirtschaft auf Wissensvermittlung mit einem hohen praktischen Bezug sowie auf einen intensiven Austausch unter den Schulungsteilnehmern selbst. "Dort lernt man ,Unternehmer'", sagt Müller.
Das Angebot umfasst die drei Themenblöcke Führung, Leistung und Wettbewerb. "Es zielt genau in die Lücke zwischen Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge und setzt auf die Sicherung und Stabilisierung junger Unternehmer", sagt Schulleiter Matthias Friedrich. Die Unternehmerschule leiste so einen aktiven Beitrag zur Erhaltung von Unternehmen und Arbeitsplätzen und somit zur Wirtschaftsförderung im weitesten Sinne.
Das NIW ist vor zehn Jahren vom Unternehmensberater Peter Müller gegründet worden. Daraus ist vor sieben Jahren ein gemeinnütziger Verein entstanden. Der Verein ist Träger von mittlerweile mehr als 20 Unternehmerschulen in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und NRW.
Kleine Arbeitsgruppen, ein hoher Praxisbezug und viel Austausch
Laut Müller sind die Erfolge dieser Schulen klar messbar: Im Schnitt habe jeder bisher ausgebildete Teilnehmer etwa 1,5 Mitarbeiter zusätzlich in seinem Betrieb angestellt.
Die Unterrichtseinheiten der Unternehmerschule zeichnen sich durch kleine Arbeitsgruppen von maximal zehn Teilnehmern aus. So sei der hohe Praxisbezug gewährleistet, auch der regelmäßige Austausch zwischen Teilnehmern und Dozenten sei so gesichert.
Die teilnehmenden Unternehmer werden im Denkwerk ab Samstag, 17. Februar, unter anderem im Finanzwesen, im Management und im Umgang mit Medien geschult. Das erste Seminar führt in die Grundlagen der Führungsfähigkeit ein. Die einzelnen Module der Seminarreihe verteilen sich auf insgesamt zehn Schulungstage, auch einzelne Seminare sind buchbar.
Die Teilnahme kostet 195 Euro pro Tag zuzüglich einer Verwaltungsgebühr von 20 Euro. Zu den Dozenten der Unternehmerschule gehören neben Schulleiter Matthias Friedrich auch Christoph Michalski und Harald Reese.

Bildunterschrift: Engagiert: Matthias Friedrich (v.l.), Leiter der Unternehmerschule, Klaus Goeke, Mitgliederbetreuung IWKH, Kerstin Krämer, Geschäftsführung IWKH, Wolfgang Koch, Bürgermeister von Bünde, Inge Brünger-Mylius, Vorstand IWKH, Dieter Wulfmeyer, Leiter Wirtschaftsförderung, und Peter Müller, Vorsitzender NIW, fördern

Artikel: Neue Westfälische 20.01.2018 (Foto/Text: Christian Geisler)

 

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