Möbelhersteller organisiert Brandschutzseminar

SMV fackelt für Fachhändler, Architekten und Kunden Polster und Bezüge ab.

Löhne. Heiß ist es. Und das nicht nur, weil die Sonne mittlerweile frühlingshaft auf die Erde strahlt. Nein – es brennt, es raucht, es stinkt. Doch die Feuerwehr ruft an diesem Tag niemand. Denn auf dem Parkplatz von SMV Sitz- und Objektmöbel zeigt Kai Rudolphy den Besuchern seines Seminars, wie unterschiedlich verschiedene Bezüge und Polster brennen – abhängig von ihrem Brandschutz.

„Da geht es um Menschenleben“, kommentiert die SMV-Geschäftsführerin Inge Brünger-Mylius die eintägige Schulung. „Die Schwerentflammbarkeit von Möbeln ist ein wichtiges Thema.“

Zu den Büromöbeln, die SMV vertreibt, gehört auch Empfangsmobiliar. Das steht teilweise auch auf Fluchtwegen, wo der Brandschutz besonders wichtig ist. Unter anderem deshalb bietet das Familienunternehmen mit Sitz an der Gewerbestraße seit 2013 viermal jährlich Brandschutzseminare an.

„Besucher sind Fachhändler, Architekten und Endkunden“, berichtet Kai Rudolphy. Darunter sind auch etwa Brandschutzbeauftragte von Krankenhäusern. Der Vertriebsangestellte Rudolphy leitet die Seminare. Morgens erklärt zunächst Thomas Zachäus, Laborleiter bei Exova Warringtonfire in Frankfurt, den 24 Personen die Theorie. Der Sachverständige ist täglich mit den Normen und Prüfverfahren befasst. Bei seiner Firma lässt SMV auch die Brandschutzprüfungen ihrer Möbel durchführen.

Anne Engels ist eine der Seminarteilnehmer. „Dieses wichtige Thema geht jeden etwas an“, findet die Innenarchitektin, die selber Büros plant. Nur die wenigsten würden sich informieren.

„Nach der trockenen Materie am Vormittag kommt nachmittags dann die Action“, sagt Rudolphy. Action heißt: Er fackelt sechs verschiedene Sitze ab. Die Besucher sehen, fühlen und riechen anschaulich, was verschiedene Brandschutznormen bedeuten. Der Rauch fegt so heftig über den Parkplatz, dass sie zwischenzeitlich einige Schritte zurückeilen.

Rudolphy zündet mit einem üblichen Stabfeuerzeug ein Papierkissen an, das auf dem Modellsitz liegt. So simuliert er die Situation, dass etwa eine brennende Zeitung auf eine Sitzfläche fällt. Der Papierkissentest ist der härteste Test für Polstermöbel. Beim Streichholz- beziehungsweise Gasflammentest sollten mehr Polster durchhalten, der Zigarettentest ist die unterste Stufe.

„Wir verwenden keine Brandbeschleuniger“, sagt Rudolphy. Wegen der geringen „Brandlast“ reiche es auch, das Feuer ausschließlich mit Wasser zu löschen.

Die Seminare sind beliebt. „Seit dem ersten Mal sind die ausgebucht“, sagt Rudolphy. Die nächste Schulung ist im September – und ebenfalls bereits voll. „Für November haben wir noch die Hälfte frei.“

Artikel: Neue Westfälische 22. April 2015 und www.nw.de/lokal/kreis_herford/loehne/loehne/20438020_Moebelhersteller-organisiert-Brandschutzseminar.html

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