50. Stadtjubiläum der Stadt Löhne: Happy Birthday!

Zum 50.Geburtstag der Stadt Löhne war Geschäftsführerin Inge Brünger-Mylius als Talkgast in die Werretalhalle eingeladen. Ein tolles Event mit interessanten Themen.

Löhne (WB). Viele Löhner sind stolz auf ihre Heimat und wissen sie zu schätzen. Das ist bei der Auftaktveranstaltung zum 50. Geburtstag der Stadt am Sonntag in der Werretalhalle deutlich geworden.

Die Matinee mit kulturellem Programm, moderiert von Bloggerin Nihan sowie Journalist und Theologe Daniel Schneider, unterhielt auch durch drei Talkblöcke mit Persönlichkeiten, die in der Vergangenheit für die Stadt prägend waren oder aber stellvertretend für ihre Zukunft stehen.

„Wir wollen keine Zeitreise machen, sondern uns die Facetten von Löhne anschauen“, hatte Bürgermeister Bernd Poggemöller zu Beginn angekündigt und mit einigen Fakten überrascht: „Wussten Sie, dass Löhne schon einmal Zentrum der Brombeerforschung war, dass Löhne die Hochburg der Pudelzucht war – die Vierbeiner der Jacob Sisters kommen aus Löhne – , dass im Vatikan eine Küche aus Löhne steht, Fußschalter in jedem OP weltweit aus Löhne kommen, ebenso Sprühköpfe für Rasierschaum?“

„Junge Stadt aus alter Kultur“

Der erste Slogan Löhnes „Junge Stadt aus alter Kultur“ könne heute noch angewandt werden. Ein Erfolgsrezept der Stadt seien die Menschen, die sich vielfach engagieren. „Hätte ich heute die Gelegenheit, Preise für drei Lebenswerke zu vergeben, gingen diese an Marga Kämper, Werner Hamel und Gustav Rosocha.“ Letzteren bezeichnete Poggemöller als Mann der ersten Stunde, während die Vorgenannten bei der Talkrunde unter dem Titel „Geschichte und Politik“ neben Poggemöller und dem neuen Stadtarchivar Mathis Nolte interviewt wurden.

Marga Kämper engagierte sich politisch, da ihr „in Löhne einiges nicht gepasst“ hatte. Sie war die erste Frau im Löhner Rat: „Ich habe es nicht als etwas Besonderes empfunden. Aber fast jeder im Rat hat mir gesagt, dass ich als Frau da eigentlich nichts zu suchen hätte.“ Sie sei der Meinung gewesen, dass sie die gleichen Rechte habe, die gleichen Pflichten hätte sie schon lange gehabt. Auf die Frage, warum sie das Bundesverdienstkreuz nicht angenommen habe, meinte Kämper: „Einen Sitzfleischorden wollte ich nicht.“

Altbürgermeister Werner Hamel galt als harter Gegenkandidat von Marga Kämper, aber er sagte: „Es war eine gute Zusammenarbeit. Ich glaube, dass hat sich für diese Stadt ausgezahlt.“ Stadtarchivar Mathis Nolte sieht in der Geschichte der Stadt, Inspiration für künftiges Handeln.

Löhne wird als Heimat geschätzt

Sport, Kultur und das Leben in Löhne standen im Fokus der Talkrunde mit Kulturamtsleiter Dirk Hinke, Puppenspieler Andreas Förster, Diskuswerferin Kristin Pudenz und Hiva Mhozada, die aus Syrien geflüchtet war. In diesem Zusammenhang erfuhren die Zuschauer durch ein Video von Moderatorin Nihan, wie viel ihr Löhne als Heimat bedeutet.

Hiva Mhozada bezeichnet Löhne inzwischen als ihre erste Heimat, in der ihre vier Kinder in Sicherheit leben können. Für Dirk Hinke ist die Werretalhalle fast wie ein zweites Wohnzimmer. Er sagt: „Kultur ist wichtig für Menschen, weil sie verbindet.“ Diskuswerferin und Goldmedaillengewinnerin Kristin Pudenz, die seit zehn Jahren in Potsdam lebt, hat ihre Heimat schätzen gelernt: „Wenn ich jetzt nach Hause komme, ist das wie Urlaub. Ich bin stolz darauf, aus Löhne zu kommen.“

Der aus Bad Oeynhausen stammende Andreas Förster ist vor drei Jahren aus Köln nach Löhne gezogen. Die wunderschöne heutige Villa Mühlenbach habe ihn sofort gelockt, sagte der Puppenspieler, der von seiner Arbeit erzählte. Delf Baumann (Bauformat), Inge Brünger-Mylius (SMV) sowie Alexander Möhle und Marcel Stabenow (Moesta BBQ) waren die Talkgäste für den Bereich „Wirtschaft“. Brünger-Mylius betonte: „Löhne ist ein guter Standort. Wirtschaftlich gesehen, war es eine geniale Entscheidung hierher zu ziehen.“

Marcel Stabenow und Alexander Möhle konnten ihren Betrieb in dem ehemaligen Geschäft von Möhles Eltern ansiedeln: „Löhne ist ein idealer Standort. Wir können uns hier noch weiter ausdehnen, und die Verkehrsanbindung ist top.“

Delf Baumann sieht für sein Unternehmen gewisse Grenzen in Löhne bezüglich Unterbringung und Bewirtung. „Eine Chance ist aber, dass sich seit einigen Jahren der Bereich Küche immer mehr in Löhne konzentriert. Der Standort wird als Messeplatz interessanter, auch international.“

Artikel: Westfalen-Blatt / 21. Januar 2019

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